Tarifergebnis Wach- und Sicherheitsgewerbe Hessen

24. Januar 2017 | Von | Kategorie: Allgemeine Sicherheitsbranche, Leitartikel, Tarifinfos

Löhne steigen zwischen 6% und 13,3% bis 2018

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

In der letzten Verhandlungsrunde hatten wir eine vorläufige Einigung mit dem BDSW über ein Tarifergebnis erzielt. Wir mussten uns aber noch mit den anderen Bundesländern abstimmen, die noch verhandeln. Daraufhin wurde mit dem BDSW auch noch mal nachverhandelt. Aber jetzt ist es soweit!

Es gibt ein Ergebnis!

Die Löhne steigen zum 01.03. zwischen 3% und 10%. Zum 01.01.2018 dann noch mal zwischen 3% und 4,4%.

Objektschutz steigt bis Ende 2018 auf 10,20 €!

Besonders wichtig war uns die unterste Lohngruppe, die besonders viele Beschäftigte betrifft. Dort steigen die Löhne von aktuell 9,00 € zuerst auf 9,39 € (4,3%). Dann noch mal auf 9,80 € zum 01.01.2018 bis zum 30.11.2018. Und dann zum 01.12.2018 noch mal um rund 4 % auf dann 10,20 €. Unser selbst gestecktes Ziel, alle Sicherheitsmitarbeiter in Hessen in absehbarer Zeit über die 10 €-Marke zu bekommen haben wir damit erreicht! Neu durchsetzen konnten wir eine eigene Lohngruppe für Sicherheitsmitarbeiter in US-Konsulaten und in Flüchtlingsunterkünften (statt der Zulage).

Wir haben mit dem BDSW aber vereinbaren müssen, dass die unterste Lohngruppe, II. 1. „Objektschutzdienst“ (nur diese!) in 2019 erst zum 01.10.2019 erneut angehoben wird. Das, und das „Abhängen“ der Revierfahrer für einen Monat waren die Kröten, die wir geschluckt haben. Für diese werden wir aber für Anfang 2019 wieder neue Erhöhungen verhandeln.

Überdurchschnittliche Steigerungen konnten wir auch im Bereich der militärischen Bewachung durchsetzen. Dort steigen die Löhne zum 01.03.17 um je 1 € / Std. und zum 01.01.2018 ebenfalls um 3%.

Die Azubi-Vergütungen steigen um je 40 € monatlich pro Ausbildungsjahr.

Leider konnten wir uns mit vielen unserer anderen Forderungen am Verhandlungstisch nicht durchsetzen. Aus unserer Sicht war aber mit Streiks nicht mehr wesentlich mehr rauszuholen. Wir waren auch (leider) noch in zu wenigen Betrieben streikfähig. Damit hätte die Gefahr bestanden, dass wir trotz Streiks nicht mehr rausholen können – und das dann auch noch später.

Wir werden die kommenden knapp zwei Jahre nutzen, um gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben an unserer Durchsetzungsfähigkeit zu arbeiten, damit wir 2018 noch selbstbewusster und mit Eurer Streikbereitschaft im Rücken an den Verhandlungstisch zurückkehren.

Entgelttabelle für das Wach- und Sicherheitsgewerbe 2017-2018
Entgelttabelle Wach- und Sicherheit 2017-2018

Download: Flugblatt Tarifabschluss 2017-2018 Hessen

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11 Kommentare auf "Tarifergebnis Wach- und Sicherheitsgewerbe Hessen"

  1. Wandor sagt:

    Ist das allgemeinverbindlich???

  2. Flat sagt:

    Ich finde das Ergebnis überhaupt nicht gut und ich kann auch nicht nachvollziehen das man dieses, als Erfolg verkaufen will. Ich will hier nicht nur motzen, sondern aus Fragen. Weshalb verdiene ich als Fachkraft auch in 2018 noch keine 15,00 € die Stunde. In Bayern und Baden Württemberg erhalten das die Kollegen dies schon jetzt. In einer Stadt wie Frankfurt/M erhalten dann die Kollegen mit Unterrichtung § 34a in den Hochhäusern dann ab 01.03.17 9,39 Euro, das sind bei 200 Std. gerade mal 78 Euro BRUTTO mehr. (Verdi ist schon bekannt was in Frankfurt alleine Wohnraum kostet) Und warum wurde kein Tarif eingeführt für Kollegen mit Sachkundeprüfung im Objektschutz höher qualifiziert aber dasselbe Geld wie Unterrichtung. Weshalb bekommen die Kollegen in Bayern jetzt schon 10 Euro die Stunde. Für mich stellt sich, da auch die Frage was kann verdi in Bayern besser?! Und für mich ist auch klar das ich nach Bayern gehen werde, dieselbe Arbeit aber für mehr Geld. Bei 200 Std. sind das mal locker 336 Euro mehr als Fachkraft. Denn so wie das zur Zeit aussieht werden diese Differenzen auch nach 2018 noch sein.

    • Andi sagt:

      wahre Worte

      • Franzi sagt:

        schließ mich dem an wie war das 1,40€ mehr und was ist raus gekommen?
        0,20 € ? Erfolg?
        Wir im Sicherheitsgewerbe Arbeiten 10 Jahre mehr wie die normalen Arbeitnehmer (160h/Monat) wird das je berücksichtigt? Was soll da an Rente bei rumkommen? bei dem Lohn?

  3. john do sagt:

    Frage :

    Wie kommt diese lohn zustande : 12,50€ ?
    Bekomme bei Objektschutz US Objekte 9€ / std.
    Wie kommen die auf 11,38€/std. ?

    Fragen über Fragen . . . . . . . .

  4. Andi sagt:

    Ich sehe es als einen Fehler an, dass man einen Streik nicht mit den vorhandenen Leuten versucht hat! Bei uns im Objekt ist die Stimmung nach der Lohn- Meldung sehr schlecht. Da kann ich KEINEN mehr motivieren , Ver.di bei zu tretten. Hätten wir es versucht , dann ging dort ein anderes Bild durch , nach dem Motto “ Die Versuchen es wenigstens, und haben Mut- den hab ich auch und trette Ver.di bei „. Es gab ja in der allegemeinen Bewachung noch NIE einen Streik.

    Ich muss mich meinem vorposter anschließen, auch ich werde versuchen, nach Bayern zu gehen.

    Ein ähnliches Bild gibt es ja schon bei den privaten Busfahrern. Und in diese Richtung wird es auch bei uns laufen: Die Guten wanderen ab. In Bayern gibt es eh in vielen Breichen bessere Struktur. Ich bin gespannt, wie man nun neue Mitglieder werben will 😉 Und nochmal Thema Streik ( wie oben ) Es wäre, wenn wir uns gezeigt hätten sicher keiner Böse, wenn es ERSTMAL nur 3,2 % für die LG 1 geworden wäre, wenn durchgegangen wäre, dass wir es versucht hätten. Mit den dann vorhandenen Leuten hätten wir nämlich richtig Gas geben können……

  5. Torsten Fischer sagt:

    Ich sehe das genauso wie Flat, ausserdem gab es wieder keine erhöhumg der zuschläge, die Sachkundler haben immer noch den selben lohn wie die Kollegen mit Unterrichtung, die Chefs können sich Objektzulagen 3instecken ohne sie an die Angestellten weiter zu geben. Alles in allem nicht zufriedenstellend. Warum wurden wir nicht zum streiken aufgerufen? Für mich ist das alles nicht nachvollziehbar

  6. Elvira Keller sagt:

    Die ganzen Fragen, die hier gestellt wurden, schließe ich mich an. Doch was mich auch noch interessiert, warum gibt es immer noch zu große Unterschiede zwischen neuen und alten Bundesländern? Die Kollegen machen ihre Arbeit genau so wie wir anderen auch und die Zuschläge sind außer 5% Nachtschicht alle weg gefallen. Da müsste ver.di noch mächtig nach legen.

    • Guido Jurock sagt:

      Du hast natürlich recht: Die Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern sind immer noch viel zu groß, auch wenn wir in vielen Bereichen in den letzten Jahren die Lücken verkleinern konnten. Es geht auch nicht darum, dass wir Verbesserungen nicht erreichen wollen. Es geht darum, dass wir so etwas auch durchsetzen können müssen. Sprich: Wir müssen streikfähig sein. Das sind wir aber in vielen Bereichen (noch) nicht.
      LG, Guido

      • Andi sagt:

        Deswegen sollte jeder in seinen Betrieb ein bisschen mehr Ver.di rein bringen. Betriebsräte auch mal fordern, dafür sind sie ja auch da . Termine für Betriebsversammlungen erfragen, den mit dieser “ Vorgabe “ kann man dann ggf. weiter arbeiten. Zudem, auch mal darüber nachdenken sich selber für den BR Aufstellen zu lassen, z.B. über einer Ver.di -Liste. Ich plane derartiges bei meinem Arbeitgeber für 2018. Mein Merksatz : BR ist nicht gleich BR. Ich habe z.B. bei meinem AG erreicht, dass der Termin für die Betriebsversammlung vor verlegt wurde.

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