Rezertifizierung: Arbeitgeber müssen vorbereiten – nicht überfordern!

1. Worum geht es?

Luft­si­cher­heits­kon­troll­per­so­nal (LSKP) müs­sen sich alle drei Jah­re rezer­ti­fi­zie­ren las­sen. Die­se Über­prü­fung durch die Behör­den wur­de mit der Luft­si­cher­heits­schu­lungs­ver­ord­nung vom 06. Juli 2023 für alle eingeführt.

Neu ist jedoch eine theo­re­ti­sche Prü­fung: Die­se wur­de auf­grund einer Ände­rung der EUDurch­füh­rungs­ver­ord­nung  (EU) 20151998 durch die Ver­ord­nung 2025920 vom 19. Mai 2025 nun auch bei der Rezer­ti­fi­zie­rung vor­ge­schrie­ben.

Die­se Ände­rung wird seit Janu­ar 2026 in Deutsch­land umgesetzt.

2. Was ist das Problem?

Die Art und Wei­se, wie die­se Ände­rung ein­ge­führt wur­de, ist aus unse­rer Sicht höchst problematisch:

  • Beschäf­tig­te wur­den von den Luft­si­cher­heits­be­hör­den nicht infor­miert.
  • ver.di wur­de vom BMI bei der Umset­zung der geän­der­ten EU- Ver­ord­nung nicht ein­be­zo­gen.
  • Die Arbeit­ge­ber waren früh­zei­tig infor­miert, gaben die­se Infor­ma­tio­nen jedoch erst sehr spät an die Beschäf­tig­ten weiter
  • Eine Vor­be­rei­tung der Beschäf­tig­ten wur­de versäumt

Das schafft Unsi­cher­heit, zusätz­li­chen Druck und unnö­ti­ge Sor­gen bei den Beschäftigten.

3. Unsere Kritik

Gegenüber dem Bundesministerium des Innern (BMI):

  • Kei­ne früh­zei­ti­ge Infor­ma­ti­on oder Betei­li­gung von Gewerkschaften.
  • Trotz mehr­fa­cher Nach­fra­gen hat ver.di auch 2026 kei­ne Unter­la­gen zur kon­kre­ten Aus­ge­stal­tung der Rezer­ti­fi­zie­rung erhalten.

Gegenüber den Arbeitgebern:

  • Unzu­rei­chen­de und ver­spä­te­te Wei­ter­ga­be von Infor­ma­ti­on der Beschäftigten.
  • Feh­len­de Vor­be­rei­tung der Beschäf­tig­ten auf die neue Rezertifizierungsprüfung.

4. Wichtig für euch: Keine Panik

Die ers­ten Ergeb­nis­se der Prü­fun­gen sind ver­hee­rend. Vie­le haben die theo­re­ti­sche Prü­fung nicht bestan­den. Die Ergeb­nis­se zei­gen, dass sie nicht auf indi­vi­du­el­les Ver­sa­gen zurück­zu­füh­ren sind. Die unzu­rei­chen­de Infor­ma­ti­on und Vor­be­rei­tung haben zu die­sen Ergeb­nis­sen geführt.

Wir stel­len klar:

Wer die theo­re­ti­sche Prü­fung bei der Rezer­ti­fi­zie­rung nicht direkt besteht, muss nicht auto­ma­tisch sofort aus dem Ein­satz. Die Prü­fung kann ins­ge­samt zwei­mal wie­der­holt werden.

Gute Schu­lungs­be­din­gun­gen und eine geziel­te Vor­be­rei­tung auf die Rezer­ti­fi­zie­rungs­prü­fung sind nötig. Genau hier set­zen wir an: Wir for­dern die Arbeit­ge­ber auf, jetzt zu han­deln und mit den Betriebs­rä­ten Rege­lun­gen zur Vor­be­rei­tung zu ver­ein­ba­ren. Es braucht bezahl­te Vor­be­rei­tungs­ta­ge zur Rezertifizierung!

5. Was tun wir als ver.di konkret?

  • Wir sind im Gespräch mit dem BMI und der Bun­des­po­li­zei, um prak­ti­ka­ble und beschäf­tig­ten­freund­li­che Lösun­gen zu erreichen.
  • Wir drän­gen auf Ver­ein­fa­chun­gen und kla­re Ver­fah­ren bei der Umset­zung der neu­en EU‑Vorgaben.
  • Wir for­dern vom BMI end­lich Trans­pa­renz und Betei­li­gung. Wir set­zen uns dafür ein, dass Rezer­ti­fi­zie­rung Qua­li­tät sichert – nicht Angst erzeugt.

Auch wenn die Ein­fluss­mög­lich­kei­ten begrenzt sind: Wir blei­ben dran.

6. Mitbestimmung nutzen – wo sie möglich ist

Dort, wo es Betriebs­rä­te gibt, kön­nen Rah­men­be­din­gun­gen ggf. gestal­tet werden:

  • Infor­ma­ti­on und Vor­be­rei­tung auf Prüfungen
  • Arbeit­ge­ber in die Pflicht neh­men: Beschäf­tig­te bes­ser auf Rezer­ti­fi­zie­rungs­prü­fung vorbereiten

Star­ke Betriebs­rä­te brau­chen star­ke Gewerkschaften.

ver.di unter­stützt ihre Arbeit für die Rech­te der Beschäftigten.

Unser Signal an euch

Die neue Rege­lung ist da – aber sie darf nicht zulas­ten der Beschäf­tig­ten umge­setzt wer­den. ver.di hat das The­ma auf dem Schirm, kri­ti­siert Miss­stän­de klar und arbei­tet dar­an, Belas­tun­gen zu redu­zie­ren und Sicher­heit fair zu gestalten.